Reisen — Mai 2026
Zugreisen, die in Erinnerung bleiben
Vier Strecken, auf denen der Weg tatsächlich das Ziel ist — und eine ehrliche Einschätzung, für wen sie sich lohnen.
10 Minuten

Eine Zugreise ist keine effiziente Art zu reisen, und genau darin liegt ihr Sinn. Wer an Bord geht, tauscht Tempo gegen Aufmerksamkeit: für die Landschaft, für das Abendessen, für Gespräche mit Menschen, denen man sonst nicht begegnet wäre.
Venice Simplon-Orient-Express — Europa im Original
Die Wagen stammen aus den zwanziger und dreissiger Jahren und sind entsprechend eng; wer das weiss, geniesst die Reise. Die Strecke London–Venedig ist die bekannteste, die längeren Routen nach Wien oder Istanbul sind die interessanteren. Eine Nacht ist Erlebnis, drei Nächte sind eine Reise.
Royal Scotsman — Landschaft statt Distanz
Der Zug fährt langsam und hält oft. Schottische Highlands, kleine Bahnhöfe, Ausflüge zu Destillerien und Gärten. Die Kabinen sind grösser als in den historischen europäischen Wagen, das Publikum entspannter.
Andean Explorer — Höhe als Erlebnis
Von Cusco über das Altiplano nach Arequipa, auf über 4 000 Metern. Landschaftlich die eindrücklichste der vier Strecken, körperlich die anspruchsvollste. Zwei Nächte Akklimatisierung vorher sind keine Empfehlung, sondern eine Voraussetzung.
Eastern & Oriental Express — Südostasien langsam
Malaysia und Thailand vom Zug aus: Reisfelder, Regenwald, Küstenabschnitte. Angenehm für Reisende, die die Region kennen und sie einmal ohne Flughäfen erleben möchten.
Für welche Strecke Sie sich entscheiden, hängt vor allem davon ab, ob Sie Landschaft oder Atmosphäre suchen. Beides zusammen gibt es selten im selben Zug.


